SEELSORGEEINHEIT VIRNGRUND

Jagstzell - Rosenberg - Hohenberg

                
Berichte aus den Pfarrgemeinden

JAGSTZELL

 

 

 

 

  Kirchenchorausflug zu Schwester Relinde
 
Der Kirchenchor füllt seine Jahresausflüge immer mit kulturellen Inhalten und meist mit Bezug zur Gemeinde. So stand beim Ausflug vergangenen Sonntag der Besuch bei Schwester Relinde in Rottenburg/ Neckar im Mittelpunkt. Sie ist dort im Priesterseminar (ehemals Karmeliterkloster) seit 2001 zusammen mit Schwester Dietlinde im hauswirtschaftlichen Bereich tätig. Zuvor war sie 25 Jahre Kindergartenleiterin in Jagstzell. Aus der Chronik erinnerten sich die Ausflugsteilnehmer auf der Fahrt über die vielfältigen Aufgaben der Schwestern aus Untermarchtal (Vinzentinerinnen) in Jagstzell von den Anfängen im Jahr 1919 bis zur Auflösung der Station im Jahre 2001. Durch unzählige Dienste gestalteten sie in der Kinderschule, der Krankenpflege, durch Theaterspiel, Nähkurse, Säuglingskurse und vielem mehr das Gemeindeleben wesentlich mit. So war es eine große Freude, sich gegenseitig wiederzusehen, voneinander zu hören und das Umfeld von Schwester Relinde in Rottenburg kennenzulernen.
 
Mit Schwester Relinde und Pfarrer Danner feierten die Ausflugsteilnehmer am Vormittag die Hl. Messe in der Wallfahrtskirche Weggental. Der Chor gestaltete diese unter Leitung der Dirigentin Katharina Prochaska musikalisch mit. Anschließend erläuterte Jesuitenpater Franz die Entstehung der Wallfahrt und wesentliche Elemente der schmucken Barockkirche. Deren Baupläne aus dem 17. Jahrhundert wie auch die der Schönenbergkirche stammen aus der Feder des Vorarlberger Baumeisters Michael Thumb.
 
Das schöne Stadtbild Rottenburgs konnten die Teilnehmer in strahlendem Sonnenschein bei einem Spaziergang über die Neckarbrücke, vorbei an einer Kunstausstellung, durch die belebten engen Altstadtgassen zum Dom genießen, der dem Patron unserer Diözese, dem Heiligen Bischof St. Martin geweiht ist.
 
Herr Seeger, der zur Zeit seiner Modernisierung im Rottenburger Pfarrgemeinderat war, erschloss der Reisegruppe in einer interessanten Führung Geschichte, Hintergründe und Details der Bischofskirche, die auf den ersten Blick sehr nüchtern wirkt, jedoch eine reiche christliche Symbolik in gelungener Verbindung von Historie und Moderne beinhaltet.
 
Der Kirchenchor konnte mit einigen Liedern die besondere Akustik im Dom wie auch später im Refektorium sowie insbesondere der Hauskapelle des Priesterseminars in Erfahrung bringen.
 
 

 
  Dankbar von vielen Eindrücken und mit Grüßen von Schwester Relinde nach Jagstzell machte sich die Reisgruppe im Sonnenschein vorbei an der Wurmlinger Kapelle durch schöne Landschaften entlang des Neckars über Tübingen, Nürtingen, Göppingen und über die Schwäbische Alb mit Blick auf die Kaiserberge dankbar über einen erlebten schönen Tag auf den Heimweg.  
 
 
  Verleihung Palestrina-Medaille an den Kirchenchor
 
Am Sonntag, 03. April 2011, wurde im Rahmen eines gemeinsamen Kirchenkonzertes mit dem Musikverein und Choralle dem Kirchenchor durch  Kreisdekan Pius Angstenberger  die Palestrina-Medaille verliehen.

Die Palestrina-Medaille ist vom Allgemeinen Cäcilienverband der deutschsprachigen Länder gestiftet und wird an Kirchenchöre verliehen, die eine kirchenmusikalische Tätigkeit von mindestens 100 Jahren nachweisen können.
Der hier wohnende 89 jährige Hans Müller, der noch die alten Schriften lesen kann und der Vorstand des Kirchenchores Josef Abele recherchierten während der Sommerferien in den archivierten Büchern der Pfarrgemeinde und wurden fündig. Sie konnten das Bestehen eines kirchlichen „Sänger- und Musikchores“ der Pfarrgemeinde Jagstzell seit nunmehr über 150 Jahren nachweisen und erstellten dazu eine umfangreiche Dokumentation.
 
Auszug aus dem ältesten Dokument:
„Jagstzell, geschehen den 25. März 1856.
§ 1 Vor dem Jahre 1848 waren aus Mitteln der hiesigen Stiftungspflege dem Lehrer in seiner ständigen Eigenschaft jährlich 5 (damalige Währungsbezeichnung) als Honorar für Kirchenmusik und für die Anschaffung von (unlesbar) bewilligt.
Die Leitung der Kirchenmusik ging auch inzwischen an die ..?… und örtliche Mitglieder über. Von Letzteren ist in neuerer Zeit vieles zur Hebung der Kirchenmusik und des Gesangs geleistet worden. Daher es für angemessen erachtet wurde, schon vom 1. Juli 1851 an den thätigen Mitgliedern je nach Größe ihrer Leistungen …….zufließen zu lassen.“

Die Verleihung der Palestrina-Medaille ist Ausdruck des Dankes und Ehrung aller Menschen, die in der langen Geschichte der Pfarrgemeinde Kirchenmusik und Gesang mitgetragen haben.
Es wäre schön, wenn auch weiterhin viele Menschen bereit wären, die Kirchenmusik mit ihrer Stimme und ihrem Engagement zu unterstützen und so mithelfen würden, diese gute Tradition zu bewahren.