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Wissenswertes
Sagen und Geschichten |
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Die Sage vom Rossgumpen |
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Eine unverbürgte Sage
erzählt, daß ein altes Kloster im Walde Steinhaupt, nordöstlich
vom Ort gestanden habe, welches durch einen unterirdischen Gang
mit der Kirche in Verbindung gewesen sei. In der Nähe von
Steinhaupt ist in den Jagstwiesen ein Gumpen von dem es heißt,
daß ein Heuwagen mit Roß und Mann, der am Kilianstag (früher
Feiertag in der Heuernte) Heu eingeführt habe, versunken sei.
Der Gumpen ist sehr tief, hat grünes, fauliges Wasser, die Größe
und Form eines Wagens mit Bespann.
(Oberamtsbeschreibung Crailsheim, S.116) |
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Unterhalb des Steinhauptes ist ein Gumpen. Von seiner Entstehung wird
folgende Sage erzählt:
Es war am Kilianstag, dem 8. Juli. Damals war
dieser Tag noch ein Feiertag.
Das Heu lag dürr auf den Wiesen und war reif zum Einführen.
Gewitterwolken
zogen auf. Die Einwohner unseres Dorfes wollten diesen Feiertag aber
nicht
durch Feldarbeit entheiligen. Sie gingen, wie an jedem Sonn- und
Feiertag,
auch
am Kilianstag zur Kirche.
Aber einem Bauer war sein duftendes Heu wichtiger als der Segen Gottes.
Er spottete über Gott und über die, welche so "dumm" waren und diesen
Feiertag heiligten. Vor seinen Wagen spannte er nun die Pferde, um sein
Heu heimzuholen.
Alle, welche auf seinem Hof beschäftigt waren, mußten sich auf den
Wagen
setzen. Mit lautem Peitschenknall, damit die Leute auch wissen, daß er
arbeitet,
fuhr er auf seine Wiese unterhalb des Steinhauptes. Die Knechte
und
Mägde mußten arbeiten, daß ihnen der Schweiß von der Stirn tropfte, denn das
Gewitter war nahe. Bald war das Heu aufgeladen. Die Arbeiter kletterten
auf den vollen Heuwagen. Nur eine Magd setzte sich hinten auf den Wagen.
Hochmütig und prahlerisch rief nun der Bauer:
"Kilian hin, Kilian her,
ich hab mein Heu!"
Im selben Augenblick öffnete sich die Erde und das ganze Gespann mitsamt
dem stolzen Bauer und seinen Bediensteten versank. Nur die Magd, welche
am Ende des Wagens saß, sprang ab und kam davon. Sie brachte diese Kunde
auch ins Dorf.
Die Erdöffnung füllte sich mit Wasser. Seit dem will kein Tier von diesem Wasser
saufen. |
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Kartenausschnitt aus
"Orts- und Feizeitplan Jagstzell"
© Geo Data GmbH, Westhausen |
Foto
vom Jagstzeller Roßgumpen: BM. R. Müller
Gumpen
(Gompa) = Wasserloch |
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Der heilige Kilian, ein irischer Missionar,
war im 7. Jh. Bischof von Würzburg und ist Schutzpatron der
Franken. |
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Der
Brandjockele |
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Bei Keuerstadt im Walde
"Hinterbrand" und überhaupt in der ganzen Gegend zwischen Ellwangen und
Matzenbach geht ein Geist um: der »Brandjockele«. Er war einst Jäger für
die Probstei Ellwangen und wohnte in einem der Ellwangischen Höfe im
Wald. Dort führte er ein ausgelassenes Leben. Er schoß das Wild, wenn es
ihm einfiel. Seine Dienstleute plagte er bis aufs Blut. Oft ließ er sie
erst um Mitternacht ins Bett gehen. Um
1 Uhr schürte er grünes Holz, daß es gewaltig rauchte und stank, so daß
die Leute wieder aufwachten. Das freute ihn sehr.
Als der Brandjockele starb, wurde
sein Hof niedergebrannt und dem Erdboden gleichgemacht. Er selbst aber
fand zur Strafe auch nach dem Tod keine Ruhe. Zum Schrecken anderer
Leute geht er immer nachts in der Gestalt eines Jägers als Geist um. |
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Das Wilde Heer
in Keuerstadt |
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Mal fuhr das Wilde Heer über
Keuerstadt hin am Hofe des »Brandjockele«, des fürstlich Ellwangischen
Jägers vorbei, der im Walde Hinterbrande einen solchen bewohnte. Stimmen
aus dem fahrenden Wilden Heer riefen den Jäger mit Namen, der Antwort
gab. Kaum tat er das Maul zu, schon hing ein halber Menschenleib nackt
an seiner Türe, wo er aus- und eingehen mußte. Konnte also lediglich
nicht hinaus: ein glostender Kohlenhaufen ging darüber zu Grunde. Der
fette halbe Menschenleib blieb an seiner Türe hängen bis morgens von der
benachbarten Kapelle das Ave ertönte: da war alles weg. |
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Der
Keuerstadter Bauer |
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In Keuerstadt, zu Jagstzell gehörig,
im Oberamt Ellwangen, war ein Bauer, der verstand sich gar gut auf's
Festmachen und die Zauberei. Er konnte die Hirsche zahm machen; fing
sie, lüpfte sie von vornen, welcher der schwerste war. Wenn man's haben
wollte, so stach er geschwind den fettesten. Konnte sich schuß- und
feuerfest machen; keine Kugel tat ihm was, Niemand vermochte ihm etwas
anzuhaben, der Jäger schon gar nicht. Hie und da machte der Bauer sich
zum Holzblock, worauf sich der Jäger sezte und sein Pfeiflein stoppte.
Mal am Fronleichnamstage brannte er Kohlen und glaubte sich ganz sicher.
Der Jäger kam auch wieder hinter dem Kohlenhaufen und hinter dem Bauer
her, dachte, heute könnte er sich doch am Ende nicht fest gemacht haben,
schoß ihn vom Rücken aus, und der Bauer blieb auf der Stelle tod. Beim
Herzebrückle in Keuerstadt steht ein Bildstock, welcher von dieser Sache
Meldung tut.
Quelle:
Anton Birlinger/ M. R. Buck: Sagen, Märchen und Aberglauben. Freiburg im
Breisgau 1861, S. 331-332. |
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